Wandgestaltung & Raumgestaltung Wandgold Berlin


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Die Bindemittel

Ausführung

Kurz gesagt:
Bindemittel, mit denen ich arbeite (in der Reihenfolge der Häufigkeit):
Eitempera, Kaliwasserglas, Leim, Caseine, in Ausnahmefällen Acryl / Dispersionsbinder.

Ausführlicher:
Ich arbeite mit mehreren Systemen. Im Regelfall mit der Eitempera (siehe dort). Sie ist die Königin unter den Farben für mich. Den Duft der Eitempera beschreibt Dominik Krause-Paulus als das "Parfum der Maler". Obwohl ich mit dieser Formulierung sofort einverstanden bin, eine Bitte: Versprechen Sie sich nicht zuviel davon. Wir Künstler sind ein eigenartiges Volk. Sie riecht, profan gesagt, nach Harzen und Ölen.

Bei der Eitempera findet der Trocknungsprozess in drei Schritten statt. Zunächst verflüchtigt sich das Verteilermittel Wasser, die Farbe ist nach wenigen Stunden staubtrocken und überarbeitbar. Danach verflüchtigt sich der Anteil des Balsamterpentin, das gelöste Harz wird wieder fest. Das dauert ein paar Tage. Am längsten braucht der Ölanteil, der sich chemisch verändert durch Sauerstoffaufnahme. Dieser Teil des Trocknungsprozesses dauert viele Wochen.

Bitte beachten Sie: Das heißt nicht, dass Sie Ihre Räumlichkeiten viele Wochen nicht betreten können. Wie schon gesagt, der erste Trocknungsprozess ist nach wenigen Stunden abgeschlossen, die Räume betret- und bewohnbar. Die lange Offenzeit ermöglicht mir, in den ersten Tagen in die Wand "rein zu waschen". Logos, Schriftzüge, Malereien. Danach gilt: Je länger die Eitempera getrocknet ist, desto haltbarer wird sie.

Kaliwasserglas ist ein weiteres spannendes Bindemittel. Auf dem mineralischen Untergrund findet eine Verkieselung statt. Das Bindemittel ist glashart, dampfoffen, herrlich matt und bauphysikalisch hervorragend. So mag ich es. Nur Fenster, Keramik und Brillengläser sollten tunlichst geschützt werden, während der Arbeit.

Durch die Wahl des Bindemittels kann ich Einfluss nehmen auf das Aussehen der Farbe. So ist z.B. ein Ultramarinblau in einem öligen System (und die Eitempera zählt zu dieser Gruppe) satter, aber auch „schwerer“, was je nach Bedarf störend oder zumindest unpassend sein kann. Dann greife ich auf ein weniger öliges System zurück: Caseine, Eiweiß - Leim Gemisch, Flüssigglas.

Wenn ein wasserabweisender Untergrund vorliegt, weiche ich auf Dispersions- oder Acrylbinder aus. Allerdings treten diese Fälle in der Praxis eher selten auf, da es in der Regel darauf hin deutet, dass der Raum auch bauphysikalisch sanierungsbedürftig ist.




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